Kinder sollen sich integrieren, aber nicht die Verbindung zur Heimat verlieren
Die ausgebildeten Lehrerinnen Inna Kotenka (r.) und Viktoria Karvchuk über mit den Kindern, sich im Unterricht zu melden, die eigene Meinung zu äußern und Gefühle auszudrücken.Thomas Hohenschue
Je besser ein Kind seine eigene Mutter- und Vatersprache kennt, umso besser lernt es fremde Sprachen. Das ist die feste Überzeugung der Lehrerinnen Inna Kotenka und Viktoria Karvchuk. Deshalb investieren sie viel Herzblut darin, geflüchteten Kindern jeden Samstag ergänzenden Sprachunterricht in Ukrainisch zu geben. Dabei setzen sie auf die Themen der Kinder und sprechen sie auf das an, was ihnen im Alltag begegnet, was sie fühlen und was sie denken.
Ortstermin im Gemeindezentrum von St. Katharina in Aachen-Forst. Bald sind Ferien. Aber die Kinder kommen, um mit ihren Lehrerinnen ihr Ukrainisch zu verfeinern. Allen ist wichtig, dass sich die Familien in Deutschland integrieren. So werden auch deutsche Kinderlieder angestimmt. Heute ist das Thema: Was macht mir gute Laune? Das wird durch Frage-Antwort-Spiele, durch Gesten und Mimik, durch Vorlesestoff besprechbar. Das tut den Kindern sichtlich gut.
Was denke ich zu einem bestimmten Thema? Spielerische Übung.Thomas Hohenschue
Die ukrainische Sprache erfüllt bei den Treffen eine wichtige Brückenfunktion, erläutert Irina Vasilkevic vom Vorstand des Vereins. "Sie wird genutzt, um zentrale Themen und Informationen verständlich zu vermitteln, den Kindern und ihren Familien die Integration in das deutsche Schulsystem erleichtern und ihnen die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten für eine erfolgreiche Teilhabe am Schulalltag in Deutschland vermitteln." Die Kinder üben, sich im Unterricht zu melden, die eigene Meinung zu äußern und Gefühle auszudrücken.
Inna Kotenka und Viktoria Karvchuk zeigen viel pädagogisches Geschick und Fingerspitzengefühl. Gelernt ist gelernt, auch wenn der deutsche Staat sie ihren Beruf nicht ausüben lässt. Ihrer Berufung gehen sie beim Verein "Ukrainer in Aachen e.V." ehrenamtlich nach, während sie zur Schulzeit in Angeboten der Offenen Ganztagsschule arbeiten. Jetzt geht es in die Sommerferien. Mit Toben und Picknick im Freien klingt das Schuljahr aus, ein weiteres in der neuen Heimat.
Das hier vorgestellte Projekt gehört zu Initiativen im Bistum Aachen, die mit Kirchensteuermitteln aus dem Migrationsfonds bezuschusst wurden. Anträge für die nächste Förderrunde können bis zum 30. September 2026 gestellt werden. Mehr Infos unter https://www.caritas-ac.de/so-helfen-wir-ihnen/fluechtlinge/migrationsfonds.
Autor: Thomas Hohenschue