In der Nachbarschaft Kindern einen Schutzraum für persönliche Entwicklung geben
Woche für Woche öffnet der Treff nach der Schule seine Türen für Mädchen aus dem Viertel. In den zwei Stunden passiert immer ganz viel. Die Kinder können sein, wie sie sind. Sie spielen zusammen, essen, basteln und planen gemeinsame Aktivitäten. Ihren Rahmen bestimmen sie selbst, sie geben sich Regeln für das Miteinander. Wenn sie eine Situation oder ein Problem bedrückt, finden sie in Samira Backes-El Mahi eine zugewandte Vertrauensperson, die ihre Sorgen und Nöte versteht und diskret behandelt.
Der Arbeit im Treff liegt ein Konzept zu Grunde, das auf Sozialtraining abzielt. Die Sozialarbeiterin und ihre Teamerinnen legen Wert darauf, dass die Kinder einen geschützten Raum erleben und gestalten, der sie für ihren weiteren Lebensweg stärkt. "Die Kinder und Jugendlichen lernen, ihre Gefühle und Bedürfnisse auszudrücken, anderen zuzuhören, Grenzen zu respektieren, Konflikte möglichst friedlich zu lösen und Verantwortung für sich und andere zu übernehmen," skizziert Samira Backes-El Mahi.
In der Sozialarbeiterin Samira Backes-El Mahi finden die Kinder eine zugewandte Vertrauensperson, die ihre Sorgen und Nöte versteht und diskret behandelt.Thomas Hohenschue
Damit gleicht der Nachbarschafts- und Jugendtreff einige Nachteile aus, die den Heranwachsenden durch die soziale und wirtschaftliche Situation ihrer Familien mit ins Gepäck gegeben sind. Das dies gelingt, zeigt sich im schulischen Erfolg der betreuten Mädchen. In der Gruppe von Isha Mian haben alle ihr Abitur gemacht und gehen nun ihre weiteren Wege. Die 21-Jährige selbst gibt ein glaubwürdiges Beispiel, wie der Treff Selbstvertrauen und Respekt fördert. Als mittlerweile Erwachsene engagiert sie sich jetzt ehrenamtlich an der Robert-Koch-Straße.
Bei den Ferienspielen etwas ganz praktisch für den Naturschutz tun. Die Kinder bauen am Treff ein Insektenhotel und machen es auch schön.TThomas Hohenschue
Wenn die Schulen in die Ferien gehen, bleibt der Treff offen. In den Ferienspielen gelten weiterhin die Prinzipien des Sozialtrainings. Wie in diesem Jahr beim Thema "Natur und Nachhaltigkeit": Die Kinder planen ihre gemeinsame Zeit und ihre Aktivitäten, wie Waldtag, Sammeln von Naturmaterialien und Bau eines Insektenhotels. "Sie müssen miteinander kommunizieren, sich absprechen, Aufgaben verteilen, Rücksicht nehmen und sich gegenseitig unterstützen", sagt Samira Backes-El Mahi. Die Mädchen finden neue Freundinnen, die Ergebnisse machen sie stolz.
Die Kinder werden vielfältig kreativ. Mittendrin: Isha Mian, die den Treff selbst als Kind kennen- und schätzen gelernt hat.Thomas Hohenschue
Ein Beitrag aus Anlass des 20-jährigen Bestehens der Caritas-Gemeinschaftsstiftung für das Bistum Aachen. Allein die Dachstiftung förderte in diesem Zeitraum über 70 Projekte mit insgesamt rund 760.000 Euro. Dazu gehört auch das Sozialtraining des Nachbarschafts- und Jugendtreffs Robert-Koch-Straße. Träger des Angebots ist der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in Aachen.
Autor: Thomas Hohenschue