Girls‘ und Boys‘ Day: Warum mehr Männer in sozialen Berufen arbeiten sollten
Einer von ihnen ist Darius (26). "Ab einem gewissen Alter ist es wichtig, dass Jungs einen Mann als Bezugsperson haben", sagt er. Männer, so meint er, bringen andere Erfahrungen und Ansichten mit ins Team. Seine Kollegin Ilayda (24) teilt die Auffassung. Männliche Bezugspersonen seien für Kinder genauso wichtig wie weibliche Bezugspersonen, um auch die Unterschiede in den Vorbildern zu sehen. "Für Kinder und Jugendliche ist es wichtig zu sehen, dass Männer sich genauso um die Fürsorge von Kindern kümmern. Ihnen wird gezeigt, dass dies kein reines Frauenthema ist." So wie die beiden äußern sich weitere Mitarbeitende der Wohngruppen des SkF Mönchengladbach. Dazu gehören die stationären Wohngruppen im Jugendhaus Am Steinberg sowie drei Außenwohngruppen. In ihnen begleitet der Verband derzeit 76 Kinder und Jugendliche.
Die Soziale Arbeit gehört in Deutschland zu den stark frauendominierten Berufsfeldern. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren 2024 rund 75 Prozent der Erwerbstätigen in der Sozialarbeit / Sozialpädagogik Frauen. Nur etwa 25 Prozent waren Männer.
Ein Betreuer begleitet einen Mann im Rollstuhl über die Straße. In Berufen der sozialen Arbeit sind deutlich weniger Männer als Frauen tätig.Deutscher Caritasverband / Harald Oppitz, KNA
Miriam Aldenhoven ist Fachreferentin im Team Organisations- und Personalentwicklung der Geschäftsstelle des Caritasverbandes für das Bistum Aachen. Zudem ist sie als systemische Supervisorin tätig. Sie begrüßt, dass der Girls‘ und Boys‘ Day Jugendlichen die Gelegenheit gibt, jenseits von Klischees Berufe kennen zu lernen. Davon könnten auch die Berufe der sozialen Arbeit profitieren. "Soziale Berufe beziehen sich in der Regel auf Beziehungsarbeit, Empathie und praktische Problemlösung. Das sind Kompetenzen, die unabhängig vom Geschlecht bestehen und sehr wertvoll sind." In einer diversen Gesellschaft sei es wichtig, dass auch die soziale Arbeit divers sei. "Diversität ist etwas, das die Qualität der Unterstützung von sozialen Berufen deutlich erhöht, weil jeder Mensch auf eine andere Ansprache reagiert", sagt Miriam Aldenhoven. Unterschiedliche Menschen brächten unterschiedliche Perspektiven, Kommunikationsstile und Lösungsansätze mit, was zu vielseitigeren Teams und besseren Ergebnissen für Klientinnen und Klienten führe. "Gerade Männer brechen in sozialen Berufen stereotype Zuschreibungen auf. Dies kann zu einer offeneren Kultur, geringerer Stigmatisierung und attraktiveren Berufsbildern führen - drei lohnenswerte Ziele", so Aldenhoven weiter.
Quelle: Caritasverband für das Bistum Aachen