Fachtag „Hauswirtschaft im Fokus“ für Fachkräfte aus Alten- und Pflegeeinrichtungen
Die Diözesanarbeitsgemeinschaft Alter und Pflege des Caritasverbandes für das Bistum Aachen hatte zu dem Fachtag ins Haus Maria Frieden in Jüchen eingeladen. Anlass war die Aktionswoche "Hauswirtschaft für (d)eine bessere Zukunft!". Leitungen der Hauswirtschaft aus Alten- und Senioreneinrichtungen im Bistum Aachen nahmen daran teil.
Beim Fachtag Hauswirtschaft tauschten sich Leitungskräfte aus Alten und Pflegeeinrichtungen im Bistum Aachen mit Referentin Christa Fischer (r.) aus.
Von hauswirtschaftliche Arbeit profitieren Bewohnerinnen und Bewohnern von Senioren- und Pflegeeinrichtungen unmittelbar: Ernährung, Sauberkeit, Hygiene, Wäscheversorgung und ein gepflegtes Wohnumfeld sind Grundpfeiler von Lebensqualität. Gleichzeitig steht der Bereich vor strukturellen Herausforderungen, die am Fachtag klar benannt wurden: Viele Einrichtungen finden kaum qualifiziertes Personal, während die Anforderungen steigen. Hygienevorgaben, Ernährungskonzepte, Nachhaltigkeit und Demenzsensibilität verlangen zunehmend fachliche Kompetenz. Unterschiedliche Sprachniveaus bzw. Sprachkenntnisse, internationale Teams und Qualifikationen erfordern neue Formen der Zusammenarbeit. Dokumentation, Warenwirtschaft und Qualitätsmanagement werden digitaler, doch nicht alle Mitarbeitenden sind darauf vorbereitet. Hauswirtschaftliche Leistungen werden oft als selbstverständlich wahrgenommen, obwohl sie maßgeblich zur Pflegequalität beitragen. Diese Punkte bildeten den Ausgangspunkt für einen intensiven Austausch.
Referentin Christa Fischer brachte praxisnahe Beispiele ein. Damit zeigte sie, wie Hauswirtschaftsteams trotz knapper Ressourcen handlungsfähig bleiben können. Sie stellte neue Konzepte von Zusammenarbeit und Einarbeitung vor, die auch neue Mitarbeitende strukturiert an Aufgaben heranführen und Sicherheit geben. Sie sprach über klare Kommunikationswege zwischen Hauswirtschaft, Pflege und Sozialdienst, um Abläufe zu entlasten und Missverständnisse zu reduzieren. Sie stellte digitale Hilfsmittel, etwa Checklisten oder einfache Dokumentations-Apps vor, die Routineaufgaben erleichtern. Auch sprach sie über Qualifizierungsangebote, die auch Mitarbeitende ohne formale Ausbildung erreichen und weiterentwickeln.
Die Teilnehmenden brachten eigene Erfahrungen ein - von gelungenen Teamstrukturen bis zu Stolpersteinen im Alltag. Dadurch entstanden konkrete Ideen, die sich in den Einrichtungen weiterverfolgen lassen. In den Gesprächsrunden wurden mehrere gemeinsame Anliegen sichtbar: Regionale Kooperationen könnten Einkauf, Schulungen oder Vertretungsregelungen erleichtern. Mehr interne Wertschätzung stärkt Motivation und Bindung der Mitarbeitenden. Transparente Qualitätsstandards helfen, Leistungen sichtbar zu machen und gegenüber Trägern und Angehörigen zu erklären. Bessere Verzahnung mit der Pflege verbessert Abläufe und entlastet beide Bereiche.
Der Fachtag zeigte, wie wichtig Räume für fachlichen Austausch sind - gerade in einem Arbeitsfeld, das oft im Hintergrund wirkt, aber für das Wohlbefinden der Bewohnerinnen und Bewohner unverzichtbar ist.