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Stand: 10.05.2017

Pressemitteilung

Caritas: Bund soll mehr Beschäftigungsmöglichkeiten für Arbeitslose fördern

"Wir brauchen nicht weniger Anstrengungen bei der öffentlich geförderten Beschäftigung, sondern mit Blick auf die Verfestigung der Sockelarbeitslosigkeit deutlich mehr", sagt Roman Schlag, Fachreferent für Arbeitsmarktfragen beim Diözesancaritasverband in Aachen. Er verweist auf die neuesten Zahlen des Arbeitslosenreports der Freien Wohlfahrtspflege NRW, zu der auch der Caritasverband für das Bistum Aachen gehört. "Seit 2009 wurde die öffentlich geförderte Beschäftigung für Menschen im Hartz-IV-Bezug im Bistum drastisch reduziert", sagt Schlag. Hätten 2009 noch 6.658 erwerbsfähige Hilfebedürftige eine öffentlich geförderte Beschäftigung angeboten bekommen, seien dies im Jahre 2017 nur noch 2.434 Teilnehmende gewesen. "Einen weiteren Einbruch verzeichnen wir für das Bistum Aachen bei den Arbeitsgelegenheiten. Hier gab es im Vergleich von 2009 und Anfang 2017 insgesamt 3.825 weniger Teilnehmende", so Schlag weiter. Der Passiv-Aktiv-Transfer müsse möglich gemacht werden, um nicht Arbeitslosigkeit, sondern soziale Teilhabe und Beschäftigung zu finanzieren. Beim so genannten Passiv-Aktiv-Transfer geht es darum, Arbeitslosen durch staatliche Zuschüsse eine Beschäftigung zu ermöglichen.

Dass öffentlich geförderte Beschäftigung erfolgreich sein kann, zeigt nach Schlags Auffassung das Modellprogramm Öffentlich geförderte Beschäftigung NRW. "Durch ein intensives begleitetes Coaching gelingt es hier zunehmend, Teilnehmende auch wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren", so der Fachreferent für Arbeitsmarktfragen.

Langzeitarbeitslosigkeit ist nach Schlags Auffassung ein Phänomen, das in seinem Ausmaß zunehmend verkannt wird. "Dafür ist auch die Praxis verantwortlich, wie in Deutschland die Zahlen der Langzeitarbeitslosen statistisch erfasst werden. Die tatsächliche Zahl der Langzeitarbeitslosen ist tatsächlich annähernd doppelt so hoch wie die Statistik aussagt, weil sie nicht diejenigen Langzeitarbeitslosen erfasst, die in befristeten Beschäftigungsmaßnahmen sind oder krank sind. Das tatsächliche Ausmaß der Langzeitarbeitslosigkeit wird dadurch verschleiert", sagt Schlag.

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