Unter dem Titel "Nicht an der Zukunft sparen - Jugendarmut bekämpfen, Teilhabe sichern” warnt das Bündnis "Ratschlag Kinderarmut" vor tiefgreifenden Einsparungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Für den Deutschen Caritasverband, seit 10 Jahren Unterstützerin des Ratschlags, betont Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa:
"Wer heute bei Kinderarmut wegschaut, zahlt morgen einen hohen Preis. Unsere Praxiserfahrung bestätigt regelmäßig, was wissenschaftliche Studien beschreiben: Kinder aus armen Familien starten mit einem erheblichen Risiko ins Leben. Niedrige Haushaltseinkommen erzwingen schlechte Wohnverhältnisse und häufig mangelhafte Ernährung mit unmittelbaren Folgen für die Gesundheit der Kinder; gesundheitliche Handicaps ziehen schlechte Bildungschancen nach sich - ein Teufelskreis. Wir fordern die Unterstützung von Familien im Niedrigeinkommensbereich durch auskömmliche Transferzahlungen und durch eine befähigende Infrastruktur, die diese Nachteile so gut wie möglich kompensiert."
Zukunftschancen der Kinder dürften nicht vom Geldbeutel der Eltern oder der Finanzkraft ihrer Kommune abhängen, betont der Deutsche Caritasverband, der seine Jahreskampagne 2026 unter die Überschrift von Generationenbeziehung und Generationengerechtigkeit gestellt hat. Der Deutsche Caritasverband unterstreicht:
- Das Existenzminimum der Kinder muss die tatsächlichen Lebenshaltungskosten abdecken.
- Es braucht gut ausgerüstete Schulen mit dem KI-Zeitalter angemessenen pädagogischen Konzepten und einer ausreichenden Zahl qualifizierter Lehrer_innen, die die Superdiversität der Schülerinnen und Schüler mit zielgruppenspezifischen Angeboten beantworten.
- Der Übergang von Schule in Ausbildung muss sozial abgesichert werden. Dazu gehören bezahlbarer Wohnraum, verlässliche Sozialleistungen und besondere Unterstützung für junge Menschen ohne familiäres Sicherheitsnetz.
- Es braucht eine dauerhaft finanzierte soziale Infrastruktur mit Jugendsozialarbeit in pluraler Trägerschaft, offene Orte der Begegnung und finanziell erreichbare Freizeitmöglichkeiten von Jugendmusikschulen bis Sportvereine.
- Frühen Hilfen, namentlich Lotsenprogrammen in geburtshilflichen Stationen, kommt eine zentrale Bedeutung zu, um Familien in prekären Lebenslagen präventiv zu unterstützen.
"Die Proteste in Frankreich zeigen uns gerade eindrücklich, wie schnell sich in einer Gesellschaft verdrehter Bevölkerungspyramiden das Gefühl der Jugend verfestigen kann, um die eigene Zukunft gebracht zu werden. Bundes- und Landeshaushalte müssen für die Zukunftssicherung von Kindern und Jugendlichen ausreichende Ressourcen vorhalten - von der Bildungs-, über die soziale Infrastruktur- bis zur Gesundheitspolitik," betont Welskop-Deffaa.
Hintergrund:
Der Ratschlag Kinderarmut wurde 2016 gegründet undist ein breites Bündnis aus Wohlfahrtsverbänden, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Gewerkschaften, die ein konsequentes Umdenken der Politik im Kampf gegen die Armut von Kindern und Jugendlichen fordern. Der Ratschlag Kinderarmut setzt sich dafür ein, dass Bund, Länder und Kommunen gemeinsam an einem Strang ziehen, um Armut junger Menschen zu bekämpfen. Er betont, dass eine Stärkung der Infrastruktur vor Ort erforderlich ist, um ein gutes Aufwachsen junger Menschen zu fördern. Der Ratschlag Kinderarmut fordert in einem Appell mit 71 unterzeichnenden Organisationen und Einzelpersonen aus Zivilgesellschaft und Wissenschaft anlässlich der Beratungen zum Bundeshaushalt 2027, die Zukunftschancen junger Menschen zu sichern und sie wirksam vor Jugendarmut zu schützen.
Die Jahreskampagne des Deutschen Caritasverbandes "Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen" setzt auf Generationengerechtigkeit und das Zusammenwirken von Jung und Alt für eine zukunftssichere Gesellschaft. Hier finden Sie Information zur Kampagne 2026: Zusammen geht was