Verbandliche Caritas im Bistum Aachen nimmt personelle Zukunft in die eigene Hand
Die Zukunft in die eigene Hand nehmen: Das ist der rote Faden, der rund 100 Menschen beim Auftakt im Bensberger Kardinal-Schulte-Haus verbindet. Zuvorderst gilt das Motto für die 36 Frauen und Männer, die sich in den nächsten eineinhalb Jahre in Führungsfragen fitmachen. Das bedeutet für die einen die Vorbereitung auf einen nächsten Schritt in ihrer beruflichen Laufbahn. Die anderen stehen bereits in einer Verantwortung und erwerben weiteres Rüstzeug für ihre Aufgaben und Rolle.
Gelöste Gesichter beim gemeinsamen Abschlussfoto von Teilnehmenden, Mentorinnen und Mentoren sowie Leitungskräften.Thomas Hohenschue
Ihnen zur Seite stehen Frauen und Männer, die ihre Erfahrung in Leitungsfragen als Mentorin oder Mentor weitergeben. Für sie ist die Zusammenarbeit mit einem oder einer Mentee eine Chance, sich selbst zu reflektieren und im Umgang mit dem Führungsnachwuchs selbst zu lernen und zu wachsen. Umso reizvoller ist diese Aufgabe, als dass sie wie die Mentees selbst über den Tellerrand der eigenen Organisation und Einrichtung hinausschauen und sich Neues erschließen.
Die dritte Gruppe im Saal besteht aus Leitungskräften von Regionalen Caritasverbänden, Tochtergesellschaften und dem Diözesanen Caritasverband selbst. Sie alle nehmen ebenfalls die Zukunft in die eigene Hand: Sie überlassen es nicht dem Zufall, wer sich von außen bei ihnen auf Leitungsstellen bewirbt, sondern sorgen für eigenen Nachwuchs. Aus Fachkräften werden so im idealen Fall Führungskräfte, und bei beiden herrscht zunehmend Mangel, so dass hier klug vorgesorgt wird.
Auf abstrakter Ebene nimmt somit viertens die verbandliche Caritas im Bistum Aachen ihre eigene Zukunft in die Hand. Berufliche Mobilität ist heutzutage Alltag. Durch die intensive Vernetzung fördern die beteiligten Verbände und Gesellschaften, dass sich Mitarbeitende innerhalb der Caritas verändern. Die Chance dafür steigt, wenn es gelingt, sie für die Grundlagen und Werte der Caritas zu begeistern. Die eineinhalbjährige Weiterbildung legt auch darauf einen Fokus.
So würdigt auch stellvertretend für die Kooperationspartner, die "In Führung gehen" gemeinsam gestalten und verantworten, Dirk Hucko die Weiterbildung als Gemeinschaftsprojekt. Er lädt die Teilnehmenden ein, die Chance zu ergreifen und die Zeit zum Lernen, Ausprobieren und Netzwerken zu nutzen. Gelegenheit dafür geben fokussierte Blockseminare, informelle Einblicke aus erster Hand bei Kamingesprächen und eine Exkursion zum Deutschen Caritasverband in Berlin.
Dr. Susanne Pauser ist eine der Menschen, die sie in der Bundeshauptstadt treffen können. Die Vorständin Personal und Digitales beim Deutschen Caritasverband gibt nun schon einmal reichen Einblick in ihre Erfahrung im Führungsthema. Sie wirbt dafür, inmitten chaotischer Umbrüche, großer Herausforderungen und wechselnder Führungsmoden die eigene Linie und Persönlichkeit als Kompass zu bewahren. Krisen gut zu bewältigen, erfordere, Abstriche bei der Perfektion zu machen.
Das bekräftigt Dr. Mark Brülls vom Team Steuerung des Diözesancaritasverbandes Aachen. Führung erfordere Fehlertoleranz, auch sich selbst gegenüber. Fehler seien schließlich Chancen, etwas zu lernen und zu verbessern. Führung erfordere Mut, sich gegenüber Mitarbeitenden und Vorgesetzten zu positionieren. Entscheidungsfreude gehöre ebenso dazu wie auch die Freude. In allem gelte es, in der Führungsrolle Orientierung und Sicherheit zu geben.
Beim gemeinsamen Abschlussfoto gibt es viele gelöste Gesichter. Es haben sich 72 Menschen gefunden und kennengelernt, die als Tandem durch die nächsten eineinhalb Jahre gehen. Miriam Aldenhoven vom Team Organisations- und Personalentwicklung des Diözesancaritasverbandes genießt diesen Moment ebenso. Sie hat als Geschäftsführerin und Koordinatorin der Weiterbildung viele Vorgespräche geführt und auf dieser Basis wie bei einer Dating-App ein Matching vorgeschlagen. Wie im echten Leben wird sich zeigen, wie gut das jeweils trifft, aber der Anfang ist gemacht.
Autor: Thomas Hohenschue