Caritas investiert in Menschen und Zukunft
Die Caritas in Mönchengladbach beschäftigt so viele Menschen wie noch nie: Ende 2025 gehörten 852 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum regionalen Caritasverband. Zum Vergleich: Zwei Jahre zuvor waren es noch 805. "Unser Caritasverband zählt zu den großen Arbeitgebern in unserer Stadt", sagt der 1. Vorsitzende Dr. Christof Wellens. Die Mitarbeiterschaft stammt inzwischen aus 52 Nationen und spiegelt damit die Vielfalt der Gesellschaft wider.
Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, setzt der Verband konsequent auf Ausbildung, Personalentwicklung, moderne Arbeitsbedingungen und internationales Recruiting. So wurden 2025 unter anderem zwei Pflegefachkräfte von den Philippinen erfolgreich in das Caritaszentrum Holt integriert. Gleichzeitig erlernten 47 Auszubildende ihren Beruf - insbesondere in der Pflege, aber auch in der Heilerziehungspflege, im Erziehungsbereich, in der Verwaltung und in den Küchen.
Neben den hauptamtlichen leisten zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeitende unverzichtbare Beiträge - etwa im Hospizdienst, in der Seniorenbegleitung oder in Pflegeeinrichtungen. Gerade angesichts wachsender Einsamkeit in der Gesellschaft gewinnen diese persönlichen Begegnungen weiter an Bedeutung.
Investitionen in soziale Infrastruktur
Der Caritasverband investiert weiterhin umfangreich in seine Einrichtungen. Im Mai 2025 wurde nach rund 21 Monaten Bauzeit das Paul Moor-Atelier auf dem Gelände der Paul Moor-Schule im Hardter Wald eröffnet. Rund 1,2 Millionen Euro flossen in das Projekt, das inklusive Kunstprojekte und Begegnung ermöglicht und zugleich die Förderschule auf 140 Plätze erweitert hat.
In Giesenkirchen entsteht derzeit ein weiterer klimafreundlicher Neubau mit einer Caritas-Tagespflege sowie 15 Servicewohnungen für ältere Menschen. Das Investitionsvolumen beträgt rund 6,7 Millionen Euro. Die Fertigstellung ist für den Sommer 2027 vorgesehen.
Ebenfalls planmäßig schreitet der Umbau der Caritaskirche St. Albertus voran. Dort entstehen neue Beratungsangebote, eine medizinische Ambulanz für wohnungslose Menschen sowie zusätzliche Räume für die Caritas-Geschäftsstelle, die gleich nebenan an der Albertusstraße liegt. Außerdem soll Ende 2026 der Tagestreff Bruno-Lelieveld-Haus in die entwidmete Kirche ziehen. Eine politische Entscheidung über den in der Leistungsvereinbarung mit der Stadt vorgesehenen künftigen Standort steht noch aus.
Pflege bleibt größtes Arbeitsfeld
Die fünf stationären Pflegeeinrichtungen des Caritasverbandes sind weiterhin sehr gut ausgelastet. Die Häuser verstehen sich ausdrücklich als Lebensorte, an denen Lebensqualität, Teilhabe und Gemeinschaft ebenso wichtig sind wie eine gute pflegerische Versorgung. Auch die vier Caritas-Tagespflegen erreichen Auslastungen zwischen 96 und 100 Prozent. Im ambulanten Bereich nimmt insbesondere die Nachfrage nach Pflegeberatung weiter zu. Allein 2025 wurden mehr als 640 neue Beratungen durchgeführt. Darüber hinaus begleitete der Palliativ-Pflegedienst gemeinsam mit dem Ambulanten Hospizdienst mehr als 90 Menschen in ihrer letzten Lebensphase.
Die Caritas appelliert zugleich an pflegebedürftige Menschen und Angehörige, professionelle Unterstützung möglichst frühzeitig in Anspruch zu nehmen. "Viele entschließen sich erst sehr spät dazu, dann ist die Umstellung oft umso größer", sagt Geschäftsführer Frank Polixa.
Digitale Lösungen werden konsequent ausgebaut. Bereits heute gehören digitale Pflegedokumentation, mobile Datenerfassung sowie die Anbindung an die Telematikinfrastruktur zum Alltag in der Pflege. Derzeit prüft der Caritasverband den Einsatz KI-gestützter Dokumentationssysteme. Frank Polixa: "Wir wollen Bürokratie reduzieren und mehr Zeit für die persönliche Begleitung der Menschen schaffen. Digitalisierung soll Pflege nicht ersetzen, sondern unterstützen."
Klimaschutz als sozialer Auftrag
Klimaschutz und Nachhaltigkeit wurden 2025 als strategische Zukunftsthemen weiter ausgebaut. Hierfür entstand erstmals eine eigene Abteilung innerhalb des Verbandes. Künftig will die Caritas eine CO₂-Bilanzierung erstellen und eine systematische Nachhaltigkeitsberichterstattung vorlegen. Gleichzeitig soll ein integriertes Klimaschutzkonzept für den Verband erarbeitet werden. Die Caritas versteht Klimaschutz ausdrücklich auch als soziale Aufgabe, da ältere, pflegebedürftige, kranke oder wohnungslose Menschen besonders stark unter den Folgen des Klimawandels leiden.
Ausblick
In den kommenden Jahren wird der regionale Caritasverband seine Angebote weiter ausbauen. Zum Jahreswechsel soll der Neubau eines weiteren inklusiven Caritas-Kindergartens mit zwei inklusiven Gruppen für insgesamt 30 Mädchen und Jungen starten. Er entsteht an der Lebenskirche St. Johannes (Urftstraße) und ganz in der Nähe des bestehenden Caritas-Kindergartens, der unverändert bleibt.
Weiter intensivieren wird der Caritasverband die Zusammenarbeit mit der Katharinenstift Mönchengladbach gGmbH. Geplant sind die Übernahme weiterer Verwaltungsaufgaben sowie perspektivisch der beiden Pflegewohnhäuser am Bunten Garten und in Hardt mit zusammen 137 Plätzen.
Langfristig beschäftigt sich der Verband mit einem Ersatzneubau für das Caritaszentrum Rheydt, dessen Wasserleitungssystem in die Jahre gekommen ist. Eine Erneuerung im laufenden Betrieb wäre äußerst aufwendig und belastend für Bewohner und Mitarbeitende.
Herausforderungen bleiben groß
„Caritas öffnet Türen“: Passend zum Jahresmotto 2025 blicken Dr. Christof Wellens (l.) und Frank Polixa auf ein ereignisreiches Jahr für den Caritasverband Region Mönchengladbach zurück.Caritas
Sorge bereiten Christof Wellens und Frank Polixa die aktuellen Reformprojekte der Bundesregierung bei Krankenversicherung und Pflegeversicherung. Sie sehen nicht vor, dass tarifliche Gehaltssteigerungen für die Mitarbeitenden komplett refinanziert werden, so die Caritas-Verantwortlichen: "Das wird die Träger von Einrichtungen an den Rand des wirtschaftlich Möglichen bringen. Zu befürchten sind mittelfristige Angebotseinschränkungen oder sogar -verluste, obwohl die wichtigen Dienste und Einrichtungen von den Menschen dringend benötigt werden."
Der Jahresbericht kann auf der Website www.caritas-mg.de abgerufen werden.
Caritasverband Mönchengladbach