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Bundesfreiwilligendienst

Neue Chance für freiwilliges Engagement aller Altersstufen

Ein behindertes Kind im Rollstuhl wird von einem jungen Mann betreut

Die verbandliche Caritas im Bistum Aachen bietet viele Stellen für den Bundesfreiwilligendienst (BFD) in den Einrichtungen und Diensten an, und neue können eingerichtet werden. Die Caritas hilft bei der Vermittlung und sichert eine umfassende Begleitung der Freiwilligen an.

Im Bistum Aachen liegt die Zuständigkeit für den BFD in katholischen Einrichtungen beim Verein Freiwillige Soziale Dienste im Bistum Aachen und beim Caritasverband für das Bistum Aachen e.V.. Während der Verein Freiwillige Soziale Dienste im Bistum Aachen Ansprechpartner für Bufdis bis 27 Jahren ist, ist eine Mitarbeiterin beim Caritasverband für das Bistum Aachen für die Bufdis da, die älter als 27 Jahre sind.

Der BFD ist wie sein "paralleles" Angebot, das Freiwillige Soziale Jahr, ein Lerndienst, der vom Bund verantwortet, angeboten und finanziert wird. Bei diesem Dienst jedoch können Männer und Frauen jeden Alters für eine festgelegte Zeit freiwillig einen gemeinnützigen Dienst für die Gesellschaft leisten. Die Angebotspalette der Einsätze ist so vielseitig und bunt wie es die gesellschaftlichen und sozialen Fragestellungen in den Kommunen und den Ländern sind. Ob im Umweltschutz z. B. in Nationalparks, oder in der Kulturarbeit etwa in Museen, Theatern oder Bibliotheken, im Sport oder im sozialen Bereich bei den Einrichtungen der Wohlfahrtsverbände von Hospiz bis zur Flüchtlingsarbeit. Es stehen quasi unbegrenzt Betätigungsfelder zur Verfügung. Bei allen gleich ist die soziale Absicherung im Rahmen der gesetzlichen Sozialversicherungen, Urlaubszeiten und ein Taschengeld für die Freiwilligen sowie eine pädagogische Begleitung während des gesamten Zeitraums. Der Dienst hat sich gut etabliert und bietet für alle Menschen eine Chance zur sinnerfüllten Auszeit nach Schule und Beruf; für viele ist er bei persönlichen Neuorientierungen ein Zwischenschritt, um neue Arbeitsfelder konkret kennen zu lernen und auch um Kontakte zu potentiellen Arbeitgebern oder Ausbildungsstätten zu knüpfen. Die Resonanz bei den Freiwilligen zeigt, dass der Bundesfreiwilligendienst anders als der Zivildienst, der ein Pflichtdienst war, stark vom persönlichen Engagement und der Gestaltung durch die Einsatzstellen lebt - eine Beziehung auf gleicher Augenhöhe, die die Bedürfnisse der Beteiligten gleichberechtigt erfüllt.

Der Deutsche Bundestag hat zum 1. Juli 2011 den Wehrdienst und damit auch den Zivildienst ausgesetzt. Damit, schlug die Stunde des Bundesfreiwilligendienstes (BFD), der als neue Engagementform für alle Generationen bundesweit konzipiert wurde. Er wurde auch geschaffen, um die Folgen der Aussetzung des Zivildienstes zumindest teilweise zu kompensieren. Die Einrichtungen der Caritas hatten eine gute Erfahrungsbasis auf der Grundlage des Zivildienstes und unterstützten die Idee zum BFD von Anfang an. Die Frage, wie es nach der Aussetzung des Zivildienstes weitergehen könnte, stand im Raum, denn zahllose Einrichtungen der Caritas beschäftigten Zivildienstleistende und die Zivis waren zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Das ist die Wunschvorstellung auch für den BFD, dessen Teilnehmer/innen nun Bufdis heißen sollten. Die Caritas schaffte es, dass alle nach dem Zivildienstgesetz anerkannten Dienststellen und -plätze als Anbieter von Bundesfreiwilligendienst-Stellen anerkannt wurden, so dass eine Konitnuität möglich wurde. Der Grundsatz, dass damit keine bestehenden Stellen ersetzt oder eine arbeitsmarktpolitische Maßnahme damit verbunden ist, bleibt erhalten, so dass die BFD-Einsätze bei den Anbietern stellenneutral eingeplant sind. Der BFD ist ein Lerndienst für die Freiwilligen und ein freiwilliges Engagement, das keine Lücken in der gesetzlich gesicherten Versorgung schließen darf.

Jeder in Deutschland lebende Erwachsene kann den BFD leisten, sofern er/sie nicht mehr schulpflichtig ist. Jugendliche können ihre persönlichen und sozialen Kompetenzen vertiefen, Rentner können ihre Lebens- und Berufserfahrung einbringen. Der BFD dauert in der Regel zwölf Monate, mindestens jedoch sechs und höchstens 18 Monate. Es gibt Ausnahmen, dass er auch zwei Jahre dauern kann. Die Träger von Einrichtungen und Diensten sind gefordert, vor Ort gute Rahmenbedingungen für den Dienst und die Freiwilligen zu schaffen, so dass der Dienst zu einer win-win Situation für alle Beteiligte wird. Der freiwillige Dienst soll Freude machen und Lernen ermöglichen. Hier ist die Caritas gefragt, für eine gleichbleibend gute Qualität zu sorgen.

 
Ausführliche Informationen zum BFD gibt es beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) www.bafza.de, das das Bundesamt für Zivildienst abgelöst hat. Eine Platzbörse für Stellen im BFD findet sich unter www.bundesfreiwilligendienst.de. Die Kontaktdaten der Vermittlungsstellen der Caritas in Deutschland gibt es hier.