Menschen mit Behinderungen


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Caritasverband für
das Bistum Aachen
Bettina Offergeld
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52066 Aachen

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Portrait Bettina Offergeld

Z

unächst ist darauf hinzuweisen, daß es keinen allgemein anerkannten Behindertenbegriff gibt.

In jeder Legislaturperiode wird von der jeweiligen Bundesregierung ein "Bericht über die Lage der Behinderten und die Entwicklung der Rehabilitation" vorgelegt. In diesen Berichten werden all diejenigen, die von den Auswirkungen einer nicht nur vorübergehenden Funktionsbeeinträchtigung betroffen sind, als Menschen mit Behinderungen bezeichnet. Die Funktionsbeeinträchtigung beruht ihrerseits auf einem körperlichen, geistigen oder psychischen Zustand, der von dem für das jeweilige Lebensalter typischen Zustand abweicht.

Aus der angeführten begrifflichen Umschreibung ergibt sich, dass es sich bei Menschen mit Behinderungen um keinen in sich geschlossenen Personenkreis handelt. Vielmehr werden mit diesem Begriff verschiedenartige Gruppen von Menschen mit Behinderungen zusammengefasst.

Beispielhaft können die folgenden Gruppen genannt werden:

  • Ca. 995.000 in Betrieben und Dienststellen beschäftigte Menschen mit Behinderungen,
  • etwa 200.000 arbeitslose Menschen mit Behinderungen,
  • rund 170.000 in speziellen Werkstätten geförderte oder beschäftigte Menschen mit Behinderungen,
  • etwa 5,5 Mio. nicht mehr im Arbeitsleben stehende Menschen mit Behinderungen,
  • ca. 200.000 junge Menschen in Sonderschulen für Lernbehinderte, die zunächst nur während der Schulzeit als behindert definiert werden,
  • eine statistisch nicht erfaßte Zahl von Menschen mit Behinderungen, bei denen der Grad der Behinderung unter 50 % liegt (keine Schwerbehinderung im amtlichen Sinne),
  • etwa 1,4 Mio. ältere und alte Menschen mit Behinderungen,
  • ungefähr 2 Mio. Menschen, die fachpsychiatrischer und / oder psychotherapeutischer Hilfe und Unterstützung bedürfen und
  • etwa 16 Mio. Menschen mit einer Hörschädigung.

Die beispielhafte Auflistung zeigt:

  • Behinderungen sind nicht an ein bestimmtes Lebensalter gebunden. Menschen jeglicher Altersklasse und in jeder Lebensphase können von einer Behinderung betroffen sein oder werden;

  • Menschen mit Behinderungen benötigen vielgestaltige und differenzierte Hilfen.

Angesichts der immer weiter wachsenden Erkenntnisse in der medizinischen Forschung, Diagnostik und Behandlung sowie in Anbetracht der demographischen Entwicklung (Stichwort: "alternde Gesellschaft") kann davon ausgegangen werden, daß die Zahl der Menschen mit Behinderungen zukünftig noch weiter ansteigen wird.

Für die erste Hälfte des 21. Jahrhunderts wird der Anteil der Menschen mit Behinderungen an der gesamtdeutschen Wohnbevölkerung auf 13 % bis 15 % geschätzt.

Menschen mit Behinderungen und deren Familien sind vielfachen Be- und Einschränkungen ausgesetzt.

Die Caritas kann auf eine lange Tradition in der Beratung, Betreuung, Förderung und Pflege von Menschen mit Behinderungen zurückblicken. Ein wesentliches Ziel besteht dabei darin, durch ein weit verzweigtes Netz von Angeboten nicht nur für die Menschen mit Behinderungen selbst, sondern auch für deren Angehörige sowie deren soziale Umwelt unterstützende und entlastende Hilfemaßnahmen anzubieten.